Gesundheitspreis 2003

Auch dieses Jahr hatte die Jury wieder die Qual der Wahl: Unter vielen erfolgreichen BGF-Projekten mussten die drei "erfolgreichsten" herausgesucht werden. Im Vordergrund standen natürlich vorbildliche und herausragende Leistungen auf dem Gebiet der betrieblichen Gesundheitsförderung. Die Preisträger sind:

In Feierstunden wurden die Unternehmen mit dem Preis, der jeweils einen Scheck über 3.300,00 €, eine Urkunde und eine Statue beinhaltete, ausgezeichnet.

Ganzheitliches Konzept senkt Krankenstand bei Johnsons



Zwei Jahre kontinuierliche Arbeit gingen der Preisverleihung bei Johnsons im Werk Wuppertal, in dem 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind, voraus. Basierend auf einer Mitarbeiterumfrage startete das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem BGF-Institut der AOK Rheinland ein "Zufriedenheits- und Gesundheitsmanagement".

Es wurden Zufriedenheitszirkel gegründet, die nach Wegen suchten, mehr Wohlbefinden und ein verbessertes Arbeitsklima in den Betrieb zu bringen. So wurden z.B. Gabelstapler mit Sonnenblenden ausgestattet, stossdämpfende Schuheinlagen eingeführt, höhenverstellbare Arbeitstische installiert, Rückenschulen durchgeführt, Kommunikationsstrukturen hinterfragt und optimiert, Führungskräfte weitergebildet und vieles mehr.



Seitdem haben sich das Wohlbefinden und das Arbeitsklima verbessert - nicht zuletzt ist das an der Senkung des Krankenstandes innerhalb von zwei Jahren um fast zwei Prozent abzulesen. "Unser Ansatz ist ganzheitlich. Wir gehen davon aus, dass die persönliche Zufriedenheit mit dem Beruf eine ganz wesentliche Voraussetzung für die Gesundheit ist", erläuterte Werkleiter Lothar Bunzel.
Aus den Händen von Hans-Willi Schemken (Vorstand AOK Rheinland), Klaus Hahn (Vorsitzender der Jury), Heinz Kowalski (Institutsdirektor) und Siegfried Jähne (Regionaldirektor RD Wuppertal) erhielt am 02.04.2004 Johnson Controls Werkleiter Lothar Bunzel eine Statue, eine Urkunde und einen Scheck in Höhe von 3.300,00 €. "Dieses Geld fließt natürlich in unser BGF-Projekt. Wir machen bei Johnson Controls in Wuppertal weiter", sagte Lothar Bunzel und bedankte sich bei der AOK Rheinland und dem Institut.

Nahverkehrsunternehmen erstmalig ausgezeichnet



1999 stieg die Niederrheinische Verkehrsbetriebe AG (NIAG) in die systematische betriebliche Gesundheitsförderung ein. Ausschlaggebend waren dramatisch hohe Fehlzeiten im Fahrdienst. Mit Hilfe des BGF-Instituts der AOK Rheinland wurden ein Arbeitskreis Gesundheit gegründet, kontinuierliche Arbeitsunfähigkeitsdatenanalysen sowie eine Mitarbeiterumfrage initiiert. Es wurde schnell deutlich, dass erfolgreiche betriebliche Gesundheitsförderung Veränderungen in den Bereichen Unternehmensstruktur, Führung und Mitarbeiterverhalten nötig machte. Besonders die vielen Arbeitsunfähigkeiten auf Grund von Muskel-/Skeletterkrankungen fielen ins Auge. Die durchgeführten und eingeleiteten Maßnahmen im BGF-Projekt sind:

  • Organisatorische/strukturelle Maßnahmen auf Unternehmensebene wie etwa Fahrertreffs, Gruppenbetreuung und individueller Dienstplan.
  • Physiotherapeutische Angebote wie die Rückenschule und betreute Fitnessangebote.
  • Medizinische und psychosoziale Angebote, wie z.B. eine Gesundheitssprechstunde, Grippeschutzimpfungen oder spezielle Betreuungs- und Beratungsangebote.
  • Schulungsmaßnahmen in den Bereichen "Heben & Tragen" oder "Ernährung und Bewegung".

Dabei stand zunächst die Schaffung einer gesundheitlichen Basis bzw. eines Gesundheitsbewusstseins bei allen Beteiligten im Mittelpunkt der Aktivitäten. Diese wurde im Laufe des Projektes entsprechend veränderter Anforderungen immer wieder modifiziert und ergänzt.



Die Ergebnisse sind positiv. Durch die nachhaltige Steuerung und die konsequente Umsetzung aller Maßnahmen konnte der Krankenstand über mehrere Jahre erheblich gesenkt werden. Als besonderer Erfolg ist dabei zu werten, dass speziell die Arbeitsunfähigkeitstage der Muskel-/Skeletterkrankungen von ca. 1.600 Tagen je 100 AOK-Versichertenjahre im Jahr 2000 auf ca. 1.000 Tage je 100 AOK-Versichertenjahr im Jahr 2003 gesenkt werden konnten.
Otfried Kinzel (Vorstand der NIAG) konnte sich bei der Preisübergabe am 17.05.04 über einen Scheck in Höhe von 3.300,00 € freuen. Nach der Laudatio von Hans-Willi Schemken überreichten der Regionaldirektor der RD Kreis Wesel, Werner Seyfried, Heinz-Willi Schemken und Heinz Kowalski den Preis. Sie freuten sich, dass erstmalig ein Nahverkehrsunternehmen mit den Sparten ÖPNV, Logistik (Eisenbahn und Hafen) und Touristik Preisträger war. "Wir werden uns nicht auf diesem Preis ausruhen. Das Geld verwenden wir für die Organisation eines Gesundheitstages im September. Die Gesundheit der Mitarbeiter ist Unternehmenspolitik der NIAG", sagte Vorstand Ottfried Kinzel.

Gesundheitsquote der PAPSTAR Vertriebs GmbH & Co. KG um zwei Prozent erhöht



Der Prozess der betrieblichen Gesundheitsförderung begann bei der PAPSTAR Vertriebs GmbH & Co. KG im Jahr 1996. Beratungsgespräche führten zu einer Analyse der Arbeitsunfähigkeiten der Belegschaft des Unternehmens. Ein Ergonomiegutachten brachte die defizitären Verhalten und Verhältnisse im ergonomischen Bereich an das Tageslicht und lieferte Ansatzpunkte und Maßnahmenvorschläge für weitere Aktivitäten der betrieblichen Gesundheitsförderung.

So wurden Gabelstapler mit vibrationsarmen Sitzen ausgerüstet und bei der Neuanschaffung von LKW auf ergonomisch gestaltete Fahrersitze geachtet. An Steharbeitsplätzen im Unternehmen wurden Bodenmatten ausgelegt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommissionierung erhielten Sicherheitsschuhe mit dämpfender Sohle. Des Weiteren wurde die Anzahl Hubwagen erhöht. Das BGF-Institut führte Schulungen zum rückengerechten Heben und Tragen sowie Führungskräfteschulungen in den Bereichen Kommunikation, Motivation und Stressbewältigung durch… Dies sind nur einige wenige Maßnahmen des BGF-Prozesses.

Stefan Müller, "Motor" des BGF-Projektes bei der Eifeler Firma: "Die Gesundheitsquote lag im Jahr 1998 bei knapp 94%, aktuell liegen wir bei über 96%. Insbesondere die Anzahl der Fehltage wegen Muskel- und Skeletterkrankungen konnten wir innerhalb von vier Jahren von 659 Tagen pro 100 Beschäftigte auf 235 Tage reduzieren. Bei uns dauert ein Erkrankung im Durchschnitt nicht mehr 25 Kalendertage wie zu Beginn des BGF-Projektes, sondern nur noch 8,5 Kalendertage".



Am 27.05.2004 erhielt die PAPSTAR Vetriebs GmbH & Co. KG in Kall den Gesundheitspreis. Hubertus Kantelberg (Geschäftsführer der PAPSTAR-Gruppe) freute sich mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass die Bemühungen nicht nur eine zufriedenere Mannschaft verursacht hat, die Produktivität gesteigert werden konnte und nicht zuletzt auch die Lohnnebenkosten reduziert werden konnten, sondern die betriebliche Gesundheitsförderung auch noch Spaß macht.

"Wir fühlen uns geehrt und werden den Prozess der BGF konsequent weiterführen", so Hubertus Kantelberg. Hans-Willi Schemken, Klaus Hahn, Heinz Kowalski und Jürgen Sauer (Regionaldirektor der AOK-Regionaldirektion Euskirchen) überreichten die Statue, Urkunde und einen Scheck in Höhe von 3.300,00 €. "Wir sind stolz darauf, so innovative und erfolgreiche Unternehmen in unserer Gemeinde zu haben. Auch wir möchten unsere Anerkennung mit einem angemessenen Geldbetrag ausdrücken", sagte der Kaller Bürgermeister Hans Kaiser, der persönlich der Preisübergabe beiwohnte.

Die PAPSTAR Vertriebs GmbH & Co. KG spendete die Geldbeträge an die Hilfsgruppe Eifel. "Der Förderkreis für Tumor- und Leukämieerkrankter Kinder bedankt sich sehr herzlich bei PAPSTAR, der AOK Rheinland, dem BGF-Institut und der Kaller Gemeinde. Wir können dass Geld gut gebrauchen, unter anderem für die Durchführung weiterer Typisierungsmaßnahmen" sagte Willi Greuel, 1. Vorsitzender der Hilfsgruppe Eifel.


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